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Jakobspilgerweg

Die Martin-Luther-Kirche liegt seit 1998 offiziell am Oberschwäbischen Jakobspilgerweg. Ein entsprechender Wegweiser für Wanderer mit der gelben Jakobsmuschel und den beiden gekreuzten Pilgerstöcken - alles auf königsblauem Grund - findet sich an der äußeren Nordostecke der Kirche. Dieser gut ausgeschilderte europäische Fernwanderweg führt – als Teilstück - vom Ulmer bis zum Konstanzer Münster und von dort auf dem Schwabenweg weiter durch die Schweiz bis nach nach Santiago de Compostela. Der Abschnitt zwischen Ulm und dem Bodensee gilt dabei als landschaftlich ganz besonders reizvoll, da er in einer sehr lieblichen hügligen Voralpenlandschaft zwischen der Schwäbischen Alb und den Österreichischen und Schweizer Alpen verläuft. Als günstige Wanderzeit gilt die Zeit zwischen den Monaten April bis Oktober.
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Bild: Der Streckenverlauf zwischen |
Der Weg wird üblicherweise
per pedes erwandert, aber vielfach sieht man auch sportliche Mountainbiker. In der Vergangenheit
wurde der lange Weg zuweilen sogar auf dem Rücken von Pferden
zurückgelegt (was eine Ulmer Familie kürzlich erfolgreich ausprobiert hat).
Die Martin-Luther-Kirche
ist in der Regel von Dienstag bis Sonntag tagsüber für menschliche Pilger geöffnet und lädt zu einer
kleinen Rast ein. Vielleicht interessiert der Pilger sich auch für die kleine
Erinnerungsstätte im Blick auf die Weiße Rose, die am westlichen Choreingang
zugänglich ist. Falls er gerade um den Weg ist, dürfen Sie gerne auch unseren
Mesner Rainer Brockmann ansprechen, der in Sachen "Pilgerkunde" und "Jakobsweg"
ein sehr fachkundiger Gesprächspartner ist.
Derzeit arbeiten wir an einem Pilgerstempel!
Anschließend ist ein Höhenzug zu bewältigen, der zur
Evangelischen Jakobuskirche nach Grimmelfingen (siehe Foto unten: Jakob, der
Apostel, Emporenbild Grimmelfingen) führt. Auch der moderne Pilger
wird über die historische Römerstraße geführt, ein Weg, der im Mittelalter schon in
die Schweizer Reichstädte führte und das alte Ulm mit Konstanz, Zürich und Bern
verbunden hat.

Bild: Der Grimmelfinger Jakobus, mit feuerrotem
Mantel,
sehr offenen, wachen Augen,
dunklem, schwungvollem Vollbart
und kräftigem Pilgerstab;
sein muschelverzierter Pilgerhut baumelt lässig am
Rücken.
Dieser pilgernde Apostel hat wohl etwas geschwitzt,
seit er von der
Martin-Luther-Kirche aufgebrochen ist ....
Kein Wunder, es ist der letzte Ausläufer der Schwäbischen Alb,
der kurz nach der Martin-Luther-Kirche zu packen ist.
Bei gutem Wetter wird man mit einem überragenden Alpenpanorama
von der Zugspitze bis zum Säntis überrascht.
Dieses erste Teilstück
endet in der Regel im Cursillo-Haus in Oberdischingen, das von der katholischen
Kirchen betrieben wird. Wer diese gastliche
Pilgerherberge am Abend erreicht, hat 24 Kilometer und 120 Höhenmeter zurückgelegt. In den
Sommermonaten ist man auf diesem Weg selten allein. Schön gestaltete
Pilgerstempel gibt es übrigens an der Pforte des Ulmer Münsters, in der
Jakobuskirche in Grimmelfingen und im Cursillo-Haus.
Pilgersegen für unterwegs
Gott
segne uns
und behüte uns auf unserem Weg.
Gott gebe uns Kraft für das Ziel.
Gott
blicke uns freundlich an
und sei uns gnädig.
Gott sei uns nahe
und schenke uns Frieden.
Amen.
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Bild: Eine Krippenfigur der
Martin-Luther-Kirche;
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Weiterführendes
Bücher (Auswahl):
Gerhilde Fleischer (Hrsg.): Jakobusweg I, 2: Ulm – Oberdischingen – Äpfingen – Biberach – Steinhausen – Bad Waldsee, Stuttgart 2006, 4. Auflage, ISBN 3-7966-0905-8
Gerhilde Fleischer (Hrsg.): Jakobusweg II: Ulm – Bad Waldsee, ISBN 3-7966-0905-8
Gerhilde Fleischer (Hrsg.): Jakobusweg III: Bad Waldsee – Konstanz, ISBN 3-7966-0798-5
Wolfgang Lipp: Der Weg nach Santiago. Jakobuswege in Süddeutschland, Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1991, ISBN 3-88294-164-2
Wolfgang Lipp: Das Erbe des Jakobus. Zur Vorgeschichte und Geschichte, zur theologischen und religiösen Bedeutung der Jakobuswallfahrt. Mit einem Anhang über die deutschen Pilgerwege.'' Abbildungen und Fotografien von Fritjof Betz, Rainer Brockmann u.a., C&S Verlag, Laupheim 2008, ISBN 978-3-937876-18-4.
Fredy Meyer: Du stellst meine Füße auf weiten Raum (Psalm 31,9). Jakobswege zwischen Neckar und Bodensee. Konstanz 2007, ISBN 978-392141396-8
Wolfgang W. Meyer: Jakobswege / Württemberg – Baden – Franken – Schweiz. Mit den neuen Wegen über die Schwäbische Alb. Silberburg-Verlag, Tübingen (5. Auflage von 2006). ISBN 3-87407-726-8.
Karten: Wanderkarten und Freizeitkarten des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg (1 : 35 000 und 1 : 50 000; in den neueren Ausgaben ist der Oberschwäbische Jakobspilgerweg mit seinem Ursprung in Ulm eingezeichnet)
Internet: z.B. Homepage der Deutschen Jakobsgesellschaft, dort allgemeine Hinweise zum Jakobspilgern: http://www.kirche-im-bistum-aachen.de/kiba/dcms/traeger/6/deutsche-jakobus-gesellschaft/index.html
z.B. Homepage der Schwäbischen Jakobsgesellschaft, dort auch Hinweise zu den Pilgerherbergen am Oberschwäbischen Jakobsweg: http://wwww.haus-st-jakobus.de
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![]() Bild: Jakobspilger am Brunnen in Oberdischingen (vor dem Cusillo-Haus) |

Stand: 05.05.2010/aw